Rückkopplung

Armored Lexus LX 570 VPAM 7 / VPAM 9

Ein Sonderschutzfahrzeug zu kaufen, zu dem vom Hersteller kein VR-Zertifikat vorgelegt wird, heißt "die Katze im Sack kaufen". Natürlich verkünden alle Hersteller, daß Ihre Fahrzeuge "die besten" sind und "den bestmöglichen" oder "zuverlässigsten Schutz" gewährleisten - allerdings sollten diese Aussagen durch umfassende Testprogramme im Verlaufe einer unabhängigen Zertifizierung belegt werden können.

Wenn Sie ein Fahrzeug kaufen, möglichst beim Hersteller, welcher ein VR-Zertifikat vorweist, dann ist es sehr zu empfehlen, sich davon zu überzeugen (und sich dies schriftlich bestätigen zu lassen), daß dies zum Kauf angebotene Auto genauso gepanzert wurde wie das damals zertifizierte Fahrzeug.

Denn fast jeder Hersteller wird im Preiskampf um den Kunden in die Versuchung geraten, etwas zu "vereinfachen" oder "die Fertigstellung zu beschleunigen" - dabei kann letztendlich auch die Panzerung "in Mitleidenschaft gezogen" werden.

Mögliche Varianten solcher "Optimierungsprozesse" sind:

  1. das VR-Zertifikat wurde für ein bestimmtes Schutzdesign vergeben, die Fahrzeuge werden aber auf der Grundlage eines anderen "vereinfachten" Designs dann gefertigt. Der Umbau eines Fahrzeuges zum Sonderschutzfahrzeug, welches für die Zertifizierung vorgesehen ist, kann sehr aufwendig sein; zum Beispiel erfordern die Türrahmen ein sehr sorgfältiges Einpassen und Einstellen - ohne dies kommt das Auto nie durch den Seiten-Ansprengtest - die Panzergläser werden von der Druckwelle ins Fahrzeuginnere geschleudert. Ein anderes Beispiel ist der Abschluß nach hinten; es für die Zertifizerung viel einfacher, die Hecktür mitten in den Laderaum zu stellen, wie hier: aber die "Serienpanzer" weisen dann ein anderes Design auf, bei dem die Hecktür unmittelbar innen an die Fahrzeug-Hecktür anschließt:
  2. Günstigere Panzerstähle einsetzen: selbst wenn dies etwas sonderbar klingt, aber unterschiedliche Panzerstähle, sogar mit gleicher Härte, haben nicht immer dieselben Schutzeigenschaften. Wenn ein Sonderschutzfahrzeug in einer bestimmten Konfiguration zertifiziert ist, dann darf der Hersteller KEINESFALLS andere Stähle oder Materialien einsetzen als die zur Zertifizierung verwendeten - anderenfalls gilt das Zertifikat für das Fahrzeug mit den Veränderungen nicht mehr.
  3. Plasmaschneiden statt lasern: Plasmaschneiden ist billiger als Laser- oder Wasserstrahl-Schneiden - allerdings wird der Rand des Materials dabei (je nach Materialdicke) bis zu einer Tiefe von 20 - 30 mm ab der Schnittkante erwärmt. Fast alle Panzerstähle sind aber außerordentlich empfindlich gegen Erwärmung, schon Temperaturen von 180° - 200°C führen zu Gefügeveränderungen - daher können plasmageschnittene Schutzteile in diesen Randbereichen geschwächt sein, wodurch ballistische Schwachstellen, d.h. potentielle Durchschußbereiche, entstehen.
  4. Billigeres Panzerglas verwenden: wie beim Stahl, so auch beim Glas verliert das Zertifikat seine Geltung, wenn Panzerglas von einem anderen Hersteller oder von einem anderen Typ eingesetzt wird als das zertifizierte Material.
  5. Billigere Türscharniere benutzen: die Türscharniere sollen nicht nur eine zuverlässige Befestigung der Türen im gesamten Betriebszeitraum gewährleisten, sondern spielen auch bei der Ansprengung ein wichtige Rolle. Denn der Druckwelle bei der Sprengung folgt stets unmittelbar die Entlastungswelle (Sog nach außen) - während des gesamten Prozesses müssen die Scharniere die Tür sicher halten - anderenfalls werden Teile ins Auti gedrückt oder die Türen auf- oder abgerissen. Sowohl das eine wie auch das andere verringert die Überlebenschancen der Fahrzeuginsassen drastisch.
  6. Billigere Hilfsmaterialien verarbeiten: alle Schweißarbeiten an der Panzerung erfordern ein genaues Einhalten der Technologie und eine Unmenge Erfahrung. Nur der Einsatz der "richtigen" wirklich geeigneten Schweiß-Hilfsmaterialien durch den erfahrenen Fachmann gewährleistet eine zuverlässige Verbindung der Panzerungsteile, ohne daß dabei Schwachstellen "produziert" werden.

Die gute Nachricht ist: wir sind gegen solche "Verführungen" gefeit. Das Hauptziel ist, entsprechend der Zweckbestimmung eines jeden Sonderschutzfahrzeuges, die Insassen im Falle eines Angriffs maximal zu schützen - und dieses Ziel verfolgen wir primär.